Adrian Lunneys monatlicher Blog

Adrian Lunney, in London zu Hause, ist ein bekannter Business-to-business Presse- und PR-Agent, spezialisiert auf Kommunikationsarbeit in der kunststoffverarbeitenden Industrie sowie auf dem Verpackungs- und Recyclingsektor.

Ehre, wem Ehre gebührt (Juli 2017)

Jene von uns, die sich schon Ende der Achtzigerjahre im Umkreis der Kunststoff verarbeitenden Industrie bewegt haben, mögen sich noch daran erinnern, wie damals die Diskussionen über Ökologie und Recycling in ihrer ganzen Breite einsetzten, und wie diese ihre Spuren hinterlassen haben – in der Gesellschaft, in der Fertigungswirtschaft, und ganz allgemein in der Art und Weise, wie wir Kunststoff betrachten. Damals verbreiteten sich zahlreiche neue Wortschöpfungen, die wohl manchmal zunächst für etwas Verwirrung sorgten: Der englische Ausdruck „carbon footprint“ (für „CO2-Fußabdruck“) beispielsweise … wovon konnte er künden, wenn nicht vom Hund, der mit schmutzigen Pfoten über den Wohnzimmerteppich gelaufen war? Mit Fortschreiten der Zeit wurden dann zahlreiche Studien über die Zusammenhänge zwischen industrieller Fertigung und ökologischen Fragestellungen veröffentlicht. Die Association of Plastics Manufacturers in Europe widmete viel grundlegende Forschungsarbeit der Frage nach den Ökobilanzen verschiedenster Kunststoffe. „Grüne Punkte“ setzten sich durch. Und wiewohl vieles an der Umweltpolitik und an den Richtungen, die sie nimmt, auch heute noch der Klärung bedarf, haben die vergangenen 30 Jahre doch eine komplette neue Begrifflichkeit hervorgebracht, auf die wir zurückgreifen können. Ein oft in der Welt des Kunststoffs auftauchender Begriff, der eine sorgfältige Differenzierung verlangt, ist jener des „Recycling“ … im Gegensatz zu „innerbetrieblichem Recycling“ – oder „Wiederaufbereitung“, wie es heute für gewöhnlich genannt wird.

Recycling, so wie die meisten von uns es heute kennen, steht eigentlich nur für die Wiederverwertung nach Gebrauch bzw. Konsumation einer Sache. Und Recycling wird heute als etwas „gutes“ oder „tugendhaftes“ betrachtet. Allerdings wird es nicht als etwas angesehen, das für alles und jedes, das in einer Produktion anfällt, angewendet werden kann. So betrachtet, ist die Industrieproduktion schon verurteilt, bevor sie einsetzt. Ein solches Verdikt verstellt aber den Blick auf eine andere Wahrheit, nämlich jene, dass die zeitgemäße Industrieproduktion energisch darauf achtet, jeden Abfall zu vermeiden, und ihre Recycling-Strategien sich immer mehr der Perfektion annähern. Der Grund dafür? Innerbetriebliches Recycling ist sowohl aus ökologischer als auch wirtschaftlicher Sicht uneingeschränkt sinnvoll. Von Beginn hat sich die WITTMANN Gruppe im Zentrum der entsprechenden Bemühungen befunden, die der produzierende Sektor hier unternimmt. Letzte Woche hat das Unternehmen nun das aktuelle und die Baureihe abschließende Modell seiner G-Max Mühlen auf den Markt gebracht – die G-Max 23. Die Technologie der Kunststoff-Vermahlung, die WITTMANN offeriert, bildet (etwa neben hoher Energieeffizienz) nur eine der Hilfestellungen, die den Kunststoffverarbeitern für das innerbetriebliche Recycling angeboten werden – also das Vermahlen und schließlich die Wiederverwendung von Materialien (Angüsse, Schlechtteile). Aufgrund solcher Bemühungen gehören die Kunststoffverarbeiter heute zu den effizientesten Wiederverwertern von Rohstoffen auf dem Planeten.

Dieser Aspekt der ganzen Geschichte wird allerdings keineswegs in breiter Form öffentlich kommuniziert. Stattdessen wird die Kunststoffindustrie in den Medien – Stichwort Ozeane, Stichwort Deponien – als Recycling-unwillig und Verursacher von Abfall dargestellt. So ist das aber nicht. Die Verantwortung für diese speziellen Probleme verteilt sich auf den Verbrauch – und den Missbrauch – der Produkte selbst. Es ist zu hoffen, dass die Verteufelung eines bestimmten Materials zu einem Ende kommen wird – während es aufgrund seiner klaren Vorteile und der hohen Effizienz, die sein Gebrauch mit sich bringt, mehr und mehr zum Einsatz kommt. Das Zeitalter des unbeschränkten Verbrauchs kommt vielleicht an sein Ende. Die Verantwortlichkeit der Hersteller und die Verantwortlichkeit der Verbraucher müssen nun zusammenfallen – im Interesse beider.

Sämtliche Details zur neuen WITTMANN Mühle – der G-Max 23 – finden Sie hier:
http://www.wittmann-group.com/uploads/media/Witt-PM-07-2017_G-Max-23.pdf

Produktionssicherheit in einer vernetzten Welt (Juni 2017)

Vor wenigen Tagen kündigte das mächtige Unternehmen Apple eine Umgestaltung vieler seiner Produktlinien an, und begann mit einer neuen Welle von Updates und sonstigen Anpassungen, die Uhren, Mobiltelefone, iPads, Laptops und die Spitzenmodelle unter den Desktop-Computern betreffen werden. Der entscheidende Punkt dabei ist, dass derzeit eine Vielzahl Consumer-Soft- und -Hardware Verbesserungen oder einen Austausch benötigt … schon wieder.

Jemand meiner Generation – und ich spreche als Apple-User – könnte versucht sein, von „eingeplanter Obsoleszenz“ zu sprechen, eine Taktik, die sicherstellt, dass ein Käufer sich gezwungen sieht, dasselbe Produkt wieder und wieder zu erwerben. Blicken wir fünfzig Jahre zurück, so mögen damals hergestellte Produkte von minderer Qualität den Anstoß für dieses Phänomen gegeben haben – und dies eher in zufälliger denn in geplanter Weise. Eine Entschuldigung, die heute keine Berechtigung mehr hat. Wir haben es schlicht mit der Beschleunigung unseres Lebens und der fortgesetzten Neuerfindung vernetzter Technologien zu tun. Bedenken wir dann noch die herrschende Marketingkultur und die Anziehungskraft von Moden, so landen wir am Ende bei den uns wohlbekannten weltweit verbreiteten Marken. Trotz der immer wiederkehrenden Hypes um diese herum besteht kein Zwang zu kaufen. Wenn irgendein Gerät den User ungebrochen von seiner Zweckhaftigkeit überzeugt, so überdauert es die Effekthascherei so mancher Neuentwicklung. Ein gewichtiger Aspekt von Apples aktuellen Markteinführungen macht klar, dass es sich nicht nur um die Politur der Oberflächen handelt: So wird das neue Betriebssystem iOS 11 etwa viele der älteren Apple iPhones, iPads und Apps veralten lassen. Für diese Geräte werden dann keine Software-Updates mehr zur Verfügung stehen, und wesentlich entscheidender: keine Fehlerbehebungen bei Sicherheitsmängeln. Eine unumgängliche Entwicklung. Wir können irgendeinen Geldbetrag für ein beliebiges Gerät ausgeben, nur um später dann festzustellen, dass die Software-Updates ausgelaufen sind oder die Vernetzungsmöglichkeiten nicht mehr existieren bzw. sich in nicht ausreichendem Maß auf dem aktuellen Stand befinden oder schlicht nicht haltbar genug sind, um die ablaufenden Prozesse zu schützen.

„Was hat das alles mit Spritzgießen zu tun?“, werden Sie sich vielleicht fragen. Hier erscheint mir ein Verweis auf die aktuelle Ausgabe des innovations Magazin angebracht, die einige interessante Anmerkungen von Michael Wittmann zu diesem Thema enthält: Wie sich die durch das Internet für das Wirtschaftsleben und die Produktion hervorgebrachten Auswirkungen auf die Sicherheit weiter entfalten, und wie WITTMANN diese Herausforderungen in frontaler Weise angeht. Die WannaCry Ransomware, die im vergangenen Monat weltweit ihr Unwesen trieb, und zahlreiche kleine wie große Anwender von Microsoft Windows™ attackierte, stellte einen eindringlichen Weckruf dar. Es ist evident, dass alle Wirtschaftstreibenden – was jene des Spritzgieß-Sektors miteinschließt – nun über eine IT-Strategie verfügen müssen, um das bislang Undenkbare zu verhindern, nämlich in Geiselhaft genommen zu werden und die Produktion nicht fortsetzen zu können. In einer vernetzten Welt ist alles mit allem vernetzt, das ist das Gesetz des Internet. Jedenfalls war es noch nie so wichtig wie heute, sicherzustellen, dass die notwendigen Filter, Quarantäne-Vorrichtungen und Firewalls gut in Schuss und auf die Ankunft unliebsamer Besucher bestens vorbereitet sind.

Hier geht’s zur aktuellen Ausgabe von innovations:
http://www.wittmann-group.com/de_at/news/detail/issue-32017-of-innovations/3c77d5a46e35062fe146411f41649227.html

In diesem Sinne: Bleiben Sie „sauber“!

„Die ganze Welt ist Bühne …“ (Mai 2017)

Zu Beginn des Jahres erschien der für 2017 bevorstehende Reigen internationaler Veranstaltungen des Kunststoffsektors noch als etwas leichtgewichtig – zumindest dann, wenn man ihn mit dem Impact der Events des Jahres 2016 verglich. Die WITTMANN Gruppe hatte bekanntlich zuerst im Juni 2016 mit einer bemerkenswerten Geburtstagsfeier zum 40. Jahrestag geglänzt, bevor sie auf der K 2016 mit einer beeindruckenden und aufwändig inszenierten Präsentation ihrer kunststofftechnischen Lösungen noch einen draufsetzte. Auf den ersten Blick hat es so ausgesehen, als würde uns 2017 eine Verschnaufpause gewähren: keine bedeutenden runden Geburtstage, und die nächste NPE in Florida erst für den Frühling im kommenden Jahr in Sicht.

Aber ein unvermittelter Blick auf den Event-Kalender enthüllt sogleich, dass die wichtigsten Fachmessen so bedeutender Märkte wie Polen, China und Frankreich die Diskussionen der kommenden Wochen beherrschen werden. Wie gewöhnlich wird sich die WITTMANN Gruppe auf all diesen Fachmessen voll und ganz einbringen, schließlich wartet sie in all diesen Weltgegenden mit ihren technischen Möglichkeiten und der Fachkompetenz ihrer Spezialisten auf. Mit einiger Berechtigung kann aber auch festgestellt werden, dass in den Zeiträumen zwischen den großen Messen wie der K und der NPE, die lokalen Märkte einzelner Länder etwas in den Vordergrund rücken und mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mit der Ende September im NEC in Birmingham stattfindenden Interplas 2017 wird das laufende Jahr in gewisser Weise auch für Großbritannien zu einem Jahr der Kunststoffverarbeitung. Und Mitte Oktober dieses Jahres wird die bedeutende Fakuma Fachmesse, die sich wachsender Popularität erfreut, wieder ihre Pforten öffnen. Zusätzlich heißt es für die WITTMANN Gruppe, auch noch branchenspezifischen Verpflichtungen nachzukommen – etwa auf dem Sektor der medizintechnischen Industrie.

Im heute schon realen so genannten „globalen Dorf“ existiert kein nationaler Markt, der nicht von jenen Erfahrungen profitieren könnte, die woanders auf dem Gebiet der Kunststoffverarbeitung gemacht werden. Kunststoffe und Fertigungstechnologien kennen zunehmend keine Grenzen. Wie es William Shakespeare ausdrückte: „Die ganze Welt ist Bühne …“ – in Guangzhou, Orlando oder Düsseldorf, die Gesetzmäßigkeiten des Messemarketing und der Kommunikation gelten überall in gleicher Weise. Das von der WITTMANN Gruppe herausgegebene vierteljährliche innovations Magazin stellt mit großem Erfolg das Ineinandergreifen all dieser Aspekte dar und setzt diese mit den globalen Entwicklungen in Beziehung. So wie stets, verspricht auch die kommende Ausgabe mit einer Fülle an tollen Informationen aufzuwarten – und wird in wenigen Wochen erhältlich sein.

“BATTENFELD is back – big time” (April 2017)

Der 1. April dieses Jahres markiert den neunten Jahrestag eines besonderen Ereignisses. Am 1. April 2008 übernahm WITTMANN den Spritzgießmaschinen-Hersteller BATTENFELD. Dinge benötigen Zeit, um sich gut zu entwickeln. Und zum jetzigen Zeitpunkt ist es sonnenklar, dass die Marke BATTENFELD erfolgreich wiederbelebt werden konnte, sich ihren Platz zurückerobert hat, wächst und gedeiht – „big time“, könnte man auf gut Englisch sagen.

Unter den Fittichen der WITTMANN Gruppe konnte die Spritzgießmaschinen-Sparte in jedem Bereich wachsen und sich entwickeln, von der branchenführenden MicroPower über die Modelle mittlerer Baugröße bis hin zur Serie der MacroPower Großmaschinen. Der Ausbau der Produktionswerke in Kottingbrunn und anderswo erscheint gegenwärtig bereits als das Festhalten an einer lieben Gewohnheit. In seiner ersten Blütezeit – so etwa von den Siebzigerjahren bis in die Mitte der Achtzigerjahre – hatte BATTENFELD kaum einen Gegner bezüglich seiner kompromisslosen Haltung, die Innovation in der Spritzgießtechnik voranzutreiben. Allerdings kann rückblickend auch gesagt werden, dass das Voranschreiten des Unternehmens, bei aller freiwerdenden Energie, durchaus von etwas Unrast geprägt war. Einige der damals entwickelten Neuerungen könnten vielleicht nicht ganz unberechtigterweise so umschrieben werden: gute Ideen auf der Suche nach einem Kunden. Bei der Herangehensweise von WITTMANN geht es mitnichten darum, technologische Neuerungen um ihrer selbst Willen zu propagieren. Die Bemühungen der WITTMANN Gruppe beginnen und enden mit dem erklärten Ziel, dem Kunden jene Werkzeuge an die Hand zu geben, die er tatsächlich benötigt, die Innovation in der Kunststofftechnik weiter voranzutreiben, um dem Kunden das Leben zu erleichtern. Das ist der Grundgedanke, der für BATTENFELD während der vergangenen neun Jahre den entscheidenden Unterschied machte, und der 2008 den Aufschwung initiierte.

Kürzlich ist es mir gelungen, Siegfried Köhler, den WITTMANN BATTENFELD Sales Manager, dazu zu verleiten, sich im Rahmen eines kurzen Videos zur Natur dieses Wandels zu äußern. Ich danke ihm sehr für seine Mitwirkung, und der WITTMANN Gruppe für die Veröffentlichung des Videos auf ihrem YouTube-Channel.

Aber bitte sehen Sie selbst:
https://youtu.be/RtTjzB6JA58

Einfacher und besser (März 2017)

Wirkliche Innovation, soviel lässt sich sagen, dreht sich weniger darum, die Komplexität zu erhöhen, sondern darum, sie zu verringern. Im Kern steht somit nicht das Bemühen, dem Anwender mehr, sondern tendenziell weniger Wahlmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen – und zwar nur solche, die nötig sind und auch genutzt werden. Wie schon Einstein sagte: „Macht alles so einfach wie möglich – aber nicht noch einfacher.“ Deshalb wurde ich vor ein paar Wochen auch sehr hellhörig, als WITTMANN mit der Präsentation des PRIMUS 16 die neue Baureihe seiner Pick & Place Roboter eröffnete. Obwohl die Einführung des PRIMUS nicht an die sprichwörtliche „große Glocke“ gehängt wurde, stellt dieses Roboterkonzept doch einen bedeutenden Entwicklungsschritt sowohl für die WITTMANN Gruppe als auch für die Kunststoffverarbeiter dar.

Es war mir wieder bewusst geworden, dass – von gewissen Ausnahmen abgesehen – viele der bekannten europäischen Marken mit wohlklingenden Namen – Bosch, BMW, Miele, Audi – nicht nur für ihre hochklassigen Spitzenprodukte bekannt sind, sondern mittlerweile auch den Markt für leistungsfähige Standardgeräte zu moderateren Preisen abdecken. Der Kunde hat also beispielsweise die Wahl zwischen einem teuren, erstklassig designten, eisfrei und geräuschlos funktionierenden Top-Kühlschrank und einer sehr viel günstigeren, nach wie vor zufriedenstellenden Alternative.

Auch die WITTMANN Gruppe handelt mehr und mehr nach diesem Prinzip, indem sie Verarbeitungslösungen anbietet, die allen Vorhaben und Budgets gerecht werden können. Diese Strategie wurde mit den Jahren weiter verfeinert, wobei der Schlüssel zum Erfolg stets darin bestanden hatte, den Anwendern einfach nur sehr gut zuzuhören. Kunststoffverarbeiter, die etwa eine Produktion großer Serien kleiner Teile betreiben, benötigen möglicherweise lediglich einige Pick & Place Automatisierungslösungen; während andere, beispielsweise Zulieferer an die Automobilindustrie, für das Handling ihrer Teile auf große Roboter zurückgreifen müssen, welche bei längeren Zykluszeiten ein Teilegewicht von 10 kg und mehr bewältigen können. Auf den sich weiterentwickelnden Märkten ist jedenfalls ausreichend Platz für beides vorhanden. Auf der nächsten Ebene treibt WITTMANN beständig die Arbeit an innovativen Lösungen – beispielsweise neuen Steuerungsfunktionen – weiter voran, die im Kontext aller denkbaren Automatisierungskonzepte verwendbar sind, gleichgültig, ob es sich dabei um einfache Standardlösungen oder hochkomplexe Anlagen handelt.

Den freien Handel beibehalten (Januar 2017)

Gerade erst im neuen Jahr angekommen, könnte sich der Eindruck aufdrängen, dass die meisten politischen Landschaften sämtlicher Weltregionen in einem Zustand des Aufruhrs verharren. Wobei es letztlich fraglich bleibt, ob die politisch handelnden Personen oder die Regierungsformen Reformbedarf aufweisen – vielleicht ja auch beides. Und möglicherweise werden hier gerade schon Reformschritte gesetzt, schlicht durch den Druck der Ereignisse bedingt. Jedenfalls üben regierungstechnische Aspekte immer einen Einfluss auf die Industrie im Allgemeinen und den Kunststoffsektor im Besonderen aus, da sie ihren Teil zur Entwicklung oder Beschränkung des Handels beitragen – und beständig zu Letzterem. Sagen wir so: Einer guten Idee ist es gleichgültig, wer sie zuerst hatte. Von der anderen Seite her betrachtet, ist klar, dass neue Technologien und neue Industrien nie in irgendeinem Vakuum existieren. Wirkliche Innovation wird geboren und entwickelt sich an einem Ort, an einem sehr konkreten Irgendwo – sei es in Palo Alto, in Schanghai oder in Kottingbrunn. Regierungen tragen somit eine Verantwortung für Innovation – ihren Bürgern und auch sich selbst gegenüber –, dafür, Innovation gedeihen und sich wohin immer ausbreiten zu lassen. Zum Mindesten tragen Regierungen Verantwortung dafür, Innovation als Tatsache nicht zu verleugnen und die Entwicklung neuer Ideen, Produkte und Dienstleistungen nicht zu behindern. Allerdings: Während der vergangenen Monate zeigten sich auf allen Kontinenten Anzeichen für diesbezügliche Rückschritte, ja für regelrechte Konflikte in der Sphäre des Handels, die in der Tarif-, Steuer- und Währungspolitik im Namen von Nationalismen ausgefochten wurden, und auch der Ruf nach protektionistischen Maßnahmen erklang. Mein persönlicher Eindruck ist allerdings jener, dass sich das Blatt inzwischen bereits gewendet hat und die Dinge wieder in Bewegung geraten sind.

Wirkliche Innovation hat einen transnationalen Charakter, und sie findet ihren verstärkten Niederschlag beispielsweise in der sich gerade entwickelnden 4. Industriellen Revolution – als Schlagworte seien hier Industrie 4.0, Big Data, Maschinenintelligenz und Automatisierung genannt. Die weltweite produzierende Wirtschaft ist heute derart in sich verflochten und transnational ausgerichtet, dass sie anders nicht mehr entwicklungsfähig wäre. Unter diesen Bedingungen würde sich der Versuch, Handelsbeschränkungen einzuführen, schließlich für jede Regierung als höchst unkluge Entscheidung erweisen.

Die Zukunft wird es weisen. In der Zwischenzeit stellt eine positive Erwartungshaltung hier wohl die beste uns zur Verfügung stehende Strategie dar.

Adrian Lunney

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